Akupunktur

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Wesentliche Teile dieser Verfahren und Anwendungen sind heute weltweit verbreitet, anerkannt und geschätzt. Hierzu haben intensive Untersuchungen und medizinisch-wissenschaftliche Wirkungsforschungen in den letzten Jahrzehnten beigetragen.

Die Chinesische Medizin betrachtet den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele. Für den chinesischen Arzt sind deshalb die Berücksichtigung der Lebenssituation. der Lebensgewohnheiten sowie die natürliche und soziale Umgebung der Patienten und Patientinnen von großer Wichtigkeit. Die Behandlung bezieht sich nicht nur auf vereinzelte deutliche Symptome sondern verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Es sollen vor allem die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt. Beschwerden gemildert und das allgemeine Wohlbefinden gefördert werden.

TCM verfolgt drei wesentliche Aspekte: die Vorbeugung und Vorsorge, die Stärkung der Lebenskraft und schließlich die Heilung. Bei Steigerung von Lebenskraft und Vitalität und der Vorbeugung untersucht der Arzt regelmäßig die körperliche und seelische Verfassung des Patienten/der Patientin und ihre Lebensweise. Entsprechend dieser Grundlagen und Diagnose gibt er individuelle Anweisungen zur Lebensführung.

Die Diagnostik

Es wird also nicht nur das einzelne Symptom behandelt, sondern stets nach tieferen Ursachen und Hintergründen gefahndet. Dabei stehen den Ärzten vielfach besondere Methoden der Diagnostik zur Verfügung.

  • Die Sichtuntersuchung mit speziellen Ansätzen, (wie z.B. der Zungendiagnose) ist von Bedeutung
  • Abhören, Riechen
  • Das Befragen des Patienten über sein körperliches und seelisches Befinden, seine Krankheitsgeschichte, Familiengeschichte, seinen Lebensstil und sonstige Einflüsse auf den Patienten steht im Vordergrund
  • Betasten und Befühlen des Patienten: eine herausragende Rolle spielt hier das Abtasten des Pulses (Pulsdiagnose)

Die Therapien

Chinesische Heilkräutertherapie:

Die chinesische Kräutertherapie ist die älteste und wichtigste Therapieform in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Für den einzelnen Patienten und dessen Befindlichkeiten werden individuell zugeschnittene Spezialmischungen hergestellt.

Akupunktur:

Es werden besondere Punkte auf der Körperoberfläche lokalisiert, in die spitze Nadeln meist ohne spürbare Schmerzen bzw. mit einem kleinen Piekser sorgfältig genau in bestimmter Tiefe eingesetzt werden. Damit werden vielfältige Beschwerden kuriert, gelindert oder ausgeheilt und es wird das allgemeine Wohlbefinden gesteigert.

Chinesische Wärmetherapie:

Die Wärmebehandlung kann u.a. zu verbesserter Blutzirkulation und Mikrozirkulation beitragen und dadurch zu Abschwellungen, Muskelentspannungen und Schmerzlinderung führen.

Schröpfen:

Gläser oder Bambusgefäße werden erhitzt und auf die Haut gesetzt, bei der Abkühlung entsteht ein Unterdruck, der sich u.a. spannungs- und schmerzmindernd auswirkt.

Guasha-Therapie:

Es handelt sich hier um eine Massagetechnik, die bei Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Gliederverspannungen, etc. eingesetzt wird.

Chinesische Ernährungstherapie (Diäthetik):

Individuelle Ernährungsvorschläge, je nachdem welches Alter, welchen Gesundheitszustand und welches Gewicht der Patient/die Patientin hat.

So fremd auf den ersten Blick manche Verfahren erscheinen, sind sie doch seit Jahrhunderten erfolgreich in Gebrauch. Auch in der „westlichen“ Medizin haben viele chinesische Verfahren seit langem z.B. in der Schmerztherapie Einzug gehalten und werden selbstverständlich als bedeutende therapeutische Ergänzung und vielfach auch als Ersatz wegen Unverträglichkeiten oder starker Nebenwirkungen von Medikamenten für herkömmliche Therapien genutzt.

Indikationen u.a.:

Orthopädische Erkrankungen

  • Beschwerden/ Entzündungen/ Schmerzen: Gelenke, Muskeln (Verspannungen}, Sehnen und Bänder
  • Arthrose
  • Schmerzen bei Osteoporose
  • Beschwerden der Wirbelsäule

Psychische Erkrankungen

  • Depressive Verstimmungen
  • Erschöpfungszustände, Burnout
  • Essstörungen: Magersucht, Übergewicht
  • Schlafstörungen

Neurologische Erkrankungen

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Tinnitus
  • Trigeminusneuralgie (Gesichtsnervenlähmung
  • Phantomschmerz

Magen-Darm-Erkrankungen

  • Aufstoßen, Schluckauf, Sodbrennen
  • Reizdarm
  • Erbrechen, Übelkeit (auch nach Chemotherapie}
  • Verstopfung

Auch Wechseljahresbeschwerden, Asthma und andere Krankheiten.